„Gute Seiten - Schlechte Seiten“
Autorenwoche der Schülerlesetage Göttingen
vom 19. bis 25. April 2015

Das Motto 2015

Unser Leben ist wie ein Buch: es gibt erfreuliche Seiten und weniger erfreuliche, wobei die Mischung bunt und vielfältig ist. Und wie im Leben wissen wir als Leser einer Geschichte nicht, was uns im nächsten Absatz erwartet. Das ist spannend und macht uns erwartungsvoll und neugierig, kann aber auch verunsichern oder sogar verängstigen. Bei einem Buch sind wir als Leser diejenigen, die die es aufschlagen und die Seiten umblättern. Wir bestimmen das Tempo, indem wir von Seite zu Seite gehen, dabei auch zurückblättern können und wir haben auch die Möglichkeit, das Lesen zu unter- oder auch abzubrechen. Wir schließen das Buch, stellen es in den Schrank oder werfen es sogar weg.

Wir lassen uns bewusst auf dieses Buch ein.

Und wie ist das in unserem Leben? Schlagen wir selbst die Seiten auf, indem wir von Tag zu Tag weiter gehen oder sind wir gezwungen, die Inhalte unseres Lebens zur Kenntnis zu nehmen und zu durchleben? Wie oft wünschen wir uns, dass dieser eine „schlechte“ Tag, diese „schlechte“ Phase rasch zu Ende gehen möge. Und genauso ist uns der Wunsch, den „guten“ Augenblick, die „schöne“ Zeit ewig fortdauern zu lassen, bekannt und vertraut – so sehr, dass dieser Wunsch wiederum in viele Bücher als zentrales Motiv eingegangen ist.

Wir selbst tragen „gute“ und „schlechte“ Seiten in uns, was unsere Persönlichkeit durchaus ambivalent macht. Da helfen Bücher, um die guten und die schlechten Seiten unseres Lebens zu strukturieren, einzuordnen und zu verstehen.

Unser Motto „Gute Seiten – Schlechte Seiten“ hat aber auch eine ästhetische Dimension:
Was macht ein Buch zu einem guten beziehungsweise zu einem schlechten? Wieso mögen wir einzelne Abschnitte, fühlen uns aber von anderen Teilen desselben Buches gestört? Es ist interessant, diesen Qualitätsmerkmalen nachzuspüren, am besten auch, indem wir selbst zum Schreiben ansetzen und es einfach ausprobieren. Hier gilt es, die Sensibilität der jungen Leser zu wecken und zu bilden, indem wir durch Schreibwerkstätten, gerne mit den eingeladenen Autorinnen, die Freude an Sprache und ihren Gestaltungsmöglichkeiten wecken.

Dieser Komplexität des Mottos werden die fünf Autorinnen, die Gäste der Autorenwoche der Schülerlesetage 2015 sein werden, gerecht. Sie haben selbst gute und schlechte Seiten bisher erlebt und verarbeiten diese in ihren Büchern. Einige der Autorinnen ergänzen ihre Geschichten mit Zeichnungen und Rollenspiel und sprechen so ganz neue Seiten des Erlebens bei ihren Zuhörern und Lesern an. Und mit der Vielfalt ihrer Inhalte und Gattungen –, Problembüchern, Familiengeschichten, Thriller, Kurzgeschichten und Bilderbuch - vermitteln sie die guten und die schlechten Seiten von Literatur für Jungen und Mädchen aller Altersgruppen in ihrer ganzen Bandbreite und Faszination.