Wenn Lichtenberg mit dem Gänseliesel diskutiert… 

Denkmäler zum Sprechen bringen, 14. bis 17. April 2015

Elemente dieses ungewöhnlichen Kooperationsprojektes, bei dem Jugendliche ihre Hei­mat­stadt Göttingen mit neuen Augen erleben konnten, waren:
Ausstellungsbesuch, Schreibwerkstatt, Theaterworkshop und Aufführung im Stadtraum. Als Ausgangspunkt der Projektwoche diente die Ausstellung „Moment!“ des Göttinger Kunst­vereins, in der sich vom 21.3. bis 3.5.2015 KünstlerInnen aus ganz Deutschland mit Kunst im öffentlichen Raum auseinandersetzen.

     

Am ersten Tag der Projektwoche haben die SchülerInnen der 9. Klasse der Voigt-Realschule mit den Kunstvermittlerinnen vom KAZ und vom Kunstverein e.V. die Ausstellung im Alten Rathaus gesehen und sich anhand eines Aktionsfragebogens mit folgenden Fragen ausein­an­der gesetzt: Wie wird ein Geschichtsbild durch Denkmäler in der öffentlichen Wahrnehmung be­einflusst? Woher kommt der Anspruch, etwas oder Jemanden für und in der Öffentlichkeit zu verewigen? Welche Personen sollen im sozialen Gedächtnis bewahrt werden und welche nicht?  Welche Denkmäler gibt es im Göttinger Stadtraum und wer fehlt?
Diese Impulse nahmen die Jugendlichen dann mit zu ihrer eigenen Betrachtung von  Denkmälern im Stadtraum von Göttingen: Lichtenberg und das Gänseliesel auf dem Marktplatz, Ernst August und die Fresken der schönen Künste auf dem Wilhems­platz, Gauß und Weber am Wall…
In einer von Cornelie Hildebrandt geleiteten Schreibwerkstatt sind Texte und Dialoge ent­standen, mit denen die Jugendlichen die zuvor betrachteten Denkmäler zum Sprechen gebracht haben. Der Schwerpunkt lag hierbei auf Antagonismen: Lichtenberg sitzt, Gänseliesel steht, Lichten­berg als Wissenschaftler, Gänseliesel als einfaches Volksmädchen….
Diese selbstverfassten Texte waren wiederum Grundlage für die theaterpä­dago­gi­sche Arbeit mit Katharina Binder (Junges Theater), die theatrale Ausdrucksformen mit den SchülerInnen hierzu entwickelte.
Als Abschluss der Projektwoche haben die Jugendlichen eine öffentliche Führung anhand ihrer Texte und Rollendarstellungen durch den öffentlichen Raum Göttingens für jüngere Schüler der Albanischule  veranstalten.
Wenn diese Schüler ein Denkmal für die Stadt Göttingen konzipieren dürften, wäre es ein Monument zu „Gleichberechtigung“.  

Kooperationspartner: Kunstverein, KAZ, Junges Theater

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